Die Kirchenglocken

Hoch oben im Turm hängen sie: DIE SCHÜTZINGER KIRCHENGLOCKEN.

"Hörst du nicht die Glocken? Hörst du nicht die Glocken? Ding dang dong, ding dang dong" (Bruder Jakob)

An einem schweren Stahlträgergerüst sind sie verankert und informieren die Schützinger Bürger über die aktuelle Uhrzeit, laden zu Gottesdiensten/Konzerten ein und geben Neuigkeiten, wie Hochzeiten, Taufen und Bestattungen kund. Doch was verbirgt sich hoch oben auf dem Turm hinter der Fassade?

WIR ZEIGEN ES IHNEN!!!

 

Zur allgemeinen Geschichte und Kultur:

Glocken gibt es seit über 5000 Jahren, seit ungefährt 1500 Jahren werden sie im Christentum als Rufinstrumente und als Zeichen für liturgische Handlungen eingesetzt. Mit ihren weltumspannenden Klängen verbinden sie Kulturgeschichte der Menschheit und sprechen Menschen an - gleich welcher Hautfarbe, welcher ethnischen Herkunft, welcher Nation sie auch immer sein mögen.

Glocken rufen zum Gebet und zur Fürbitte, sie zeigen Zeit und Stunde an und erinnern an die Ewigkeit. Für den Dienst in der Kirche werden sie in einem Gottesdienst eingeweiht. Die kirchenrechtliche Widmung bestimmt und begrenzt ihre Nutzung. Die Gemeinden legen die Läuteanlässe fest.

Der Gebrauch der Glocken hat sich im Laufe der Jahrhunderte in einzelnen Kulturlandschaften unterschiedlich entwickelt. Regionale Läufesitten sollen weiter mit Leben gefüllt werden.

 

Die Läuteordnung:

Für den Betrieb von Glocken ist es wichtig, eine Läuteordnung zu erstellen und zu beschließen.

Für Schützingen gilt folgende Ordnung:

Glocke I (Betglocke "große Osianna") läutet zum Vaterunser

Glocke II (Kreuzglocke/Schiedglocke) läutet täglich um 11:00 Uhr (Mittag), um 15:00 Uhr (Nachmittag) und um 17:00/18:00 Uhr (Vesper). Außerdem läutet sie am Sterbetag eines Gemeindeglieds um 20:00 Uhr

Glocke III (Taufglocke) läutet während des Taufaktes

Alle 3 Glocken läuten für 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltungen in der Bibelwoche, der Passionsandachten, der Friedensdekade und bei geistlichen Kirchenkonzerten.

 

Aufbau und Funktion

Der Aufbau einer Glocke ist auf mehrere Einzelelemente zurückzuführen. Der Glockenkörper besteht aus einem Schlagring, einem Mantel und einer Haube. Die Schulter bildet den Oberkörper, der Hauptkörper wird als Flanke bezeichnet und der Unterkörper als Wolm. Die meisten Glocken werden aus Bronze gefertigt.

Der Klöppel erzeugt den Klang, sobald der Körper in Schwung gebracht wird. Dieser gliedert sich ebenfalls in 3 Segmente: Klöppelschaft, Klöppelkugel und Klöppelvorschwung. Die Krone bzw. der Glockenkopf wird mittels eines Aufhängeeisens am Joch befestigt. Das Joch besteht meist aus Holz oder Stahl und wird schließlich mit einem Seilrad, welches mechanisch betrieben wird, in Bewegung versetzt.

Je nach geometrischer Form und Metalllegierung des Klangkörpers entstehen unterschiedliche Töne. Auch das Umfeld spielt eine tragende Rolle. So ist der Raum der Glockenstube, die Resonanz der Konstruktion und die Turmdämmung für die Tonfrequenz entscheidend.

 

Aufbau einer Glocke (Quelle:Wikipedia)

Beschreibung der Schützinger Kirchenglocken

Die Schützinger Kirchenglocken wurde letztmals 1974 von einem Glockensachverständigen begutachtet.

Aus dem vorliegenden Gutachten lassen sich folgende Informationen herauslesen:

 

Glocke I (Vater-Unser): 111 cm Durchmesser, 853 Kg schwer, Ton g´- 5, ca. 54 Anschläge/Min

- Gegossen von B.Lachamann, Heilbronn, 1505 -

Glocke II (Schiedglocke): 86 cm Durchmesser, 416 Kg schwer, Ton h´, ca. 60 Anschläge/Min

- Gegossen von H.Kurtz, Stuttgart, 1952 -

Glocke III (Taufglocke): 86 cm Durchmesser, 395 Kg schwer, Ton a´, ca. 61 Anschläge/Min

- Gegossen von S.Bruncler, 1692 -

 

Sie haben noch Fragen zu den historischen Kirchenglocken oder wollen die Glockenstube persönlich bestauen? Dann kontaktieren Sie uns! Wir freuen uns auf Sie